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Männlichkeit & Identität

Drei Jahre sagte ich 'ab nächste Woche' — das hat mich wirklich aufgehalten

27. August 2026 · 7 min read

Drei Jahre sagte ich 'ab nächste Woche' — das hat mich wirklich aufgehalten

Drei Jahre lang hab ich das Sportanfangen aufgeschoben. Immer mit demselben Satz: ab nächste Woche. Erst war es der Job, dann der Umzug, dann der Winter, dann irgendein Montag, der besser gepasst hätte als der aktuelle. Meine Erfahrung nach drei Jahren Aufschieben: der perfekte Moment kam kein einziges Mal. Er wurde nur seltener erwähnt, weil ich mich irgendwann selbst nicht mehr fragen wollte, wo er bleibt.

In der Zeit hab ich 12 Kilo zugelegt. Nicht in einer Woche, das merkt man nicht. Sondern in kleinen Schritten über drei Jahre, jede Woche ein bisschen mehr, bis die Hose nicht mehr zuging und ich mir eine Nummer größer gekauft hab, ohne groß drüber nachzudenken. Das war der eigentliche Preis. Nicht der Sport, den ich nicht gemacht hab. Das Warten selbst.

Warum der Starttermin nie kommt

Ich hab geglaubt, ich brauch erst die richtigen Umstände. Weniger Stress im Job. Ein freieres Wochenende. Das Gefühl, bereit zu sein. Und jede Woche, in der einer dieser Punkte nicht gepasst hat, war eine gute Ausrede, noch eine Woche zu warten.

Das Problem: die Umstände werden nie perfekt. Der Job hat immer Stress, in der einen Woche mehr, in der anderen weniger, aber nie null. Und wenn ich auf null gewartet hätte, würde ich heute noch warten. Ich hab drei Jahre gebraucht, um das zu kapieren. Der Starttermin ist keine Planung. Er ist eine Vertagung mit Datum dran, damit sie sich nach Fortschritt anfühlt.

Meine Erfahrung: Aufschieben beim Sport anfangen ist ein Männer-Muster

Ich bin damit nicht allein, das seh ich seit 2012 im selben Fitnessstudio bei anderen Männern genauso. Der Ablauf ist fast immer identisch: erst der Gedanke, dass man mal wieder anfangen sollte. Dann die Suche nach dem richtigen Zeitpunkt. Dann die Vertagung, weil gerade doch nicht ideal ist. Und dann, Wochen oder Monate später, derselbe Gedanke von vorn, nur mit einem schlechteren Gewissen dazu.

Bei mir waren es drei Jahre. Bei manchen Teilnehmern, mit denen ich heute arbeite, waren es fünf oder acht. Das Muster bleibt gleich, nur die Zahl davor wird größer. Und je länger man wartet, desto größer wird auch der Abstand, den man aufholen muss, wenn man endlich anfängt. Das war bei mir 12 Kilo. Bei manchen ist es mehr.

Der Fehler: ich hab auf Motivation gewartet, nicht auf Commitment

Der eigentliche Denkfehler war, dass ich gedacht hab, ich brauch erst das Gefühl, bereit zu sein. Diesen inneren Antrieb, der einen morgens aus dem Bett zieht und ins Studio trägt. Ich hab auf Motivation gewartet, und Motivation kam nicht, weil sie nie zuerst kommt. Sie ist das Ergebnis vom Handeln, nicht die Voraussetzung dafür.

Commitment ist was anderes. Commitment heißt, ich hab eine Entscheidung getroffen, und die Entscheidung hält, egal wie ich mich an dem Tag fühle. Kein Motivationsschub nötig, keine perfekte Stimmung. Ich geh, weil ich gesagt hab, dass ich gehe. Das ist der Hebel, den ich drei Jahre nicht gezogen hab, weil ich ihn nicht kannte.

Handeln zuerst, der Körper folgt

Ich hab gedacht, ich muss mich erst stark fühlen, bevor ich anfange, mich wie jemand zu verhalten, der trainiert. Genau andersrum ist es richtig. Du fängst an zu handeln, obwohl du dich noch nicht danach fühlst, und das Gefühl kommt hinterher, als Reaktion auf das, was du gerade getan hast. Ich hab das an mir selbst gesehen: die ersten zwei Wochen nach dem Start hab ich mich nicht großartig anders gefühlt. Erst danach, als ich gemerkt hab, dass ich das durchhalte, kam das Selbstvertrauen dazu. Nicht vorher.

Das ist auch der Grund, warum Warten so ein schlechter Plan ist. Man wartet auf ein Gefühl, das nur durch die Handlung entsteht, die man aufschiebt. Ein Kreis, aus dem man nur rauskommt, wenn man ihn an einer Stelle durchbricht, egal wie klein.

Der Zwei-Minuten-Trick, der das Aufschieben bricht

Was bei mir am Ende funktioniert hat, war nicht ein großer Plan. Es war eine kleinere Entscheidung, die ich nicht mehr verschieben konnte. Statt "ich fang nächste Woche mit einem kompletten Trainingsplan an" hab ich mir gesagt: heute zieh ich die Schuhe an und geh 10 Minuten laufen. Mehr nicht. Die Hürde war so klein, dass es keine Ausrede mehr gab.

Das Prinzip dahinter ist simpel: die Handlung muss kleiner sein als der Widerstand dagegen. Ein kompletter Trainingsplan mit fünf Einheiten die Woche war mir zu groß, deswegen bin ich immer wieder davor zurückgeschreckt. Zehn Minuten Schuhe anziehen und rausgehen war klein genug, dass ich es nicht mehr wegdiskutieren konnte. Danach ging der Rest fast von allein, weil ich schon draußen war.

Was drei Jahre Aufschieben wirklich gekostet haben

12 Kilo sind eine Zahl. Was dahinter steckt, ist mehr. Drei Jahre, in denen ich jedes Mal, wenn ich an mir vorbeigelaufen bin, im Spiegel oder auf einem Foto, kurz weggeschaut hab. Drei Jahre, in denen ich mir jeden Sonntagabend vorgenommen hab, Montag geht's los, und Montag dann doch wieder was Wichtigeres gefunden hab.

Das Teuerste am Aufschieben ist nicht die verlorene Zeit im Studio. Es ist die Zeit, in der man sich selbst nicht glaubt. Jedes Mal, wenn ich einen Starttermin verschoben hab, hab ich mir selbst ein kleines Stück weniger vertraut. Und das war schwerer wieder aufzubauen als die 12 Kilo runterzutrainieren.

Häufige Fragen

Warum schieben Männer den Sportanfang immer wieder auf? Meistens, weil sie auf Motivation oder den perfekten Zeitpunkt warten, statt einfach eine kleine Handlung zu setzen. Beides kommt erst nach dem Start, nicht davor. Solange man auf ein Gefühl wartet, das nur durch Handeln entsteht, bleibt der Starttermin ein Datum ohne Substanz.

Was hilft konkret gegen das ständige Verschieben? Die Handlung so klein machen, dass es keine Ausrede mehr dafür gibt. Nicht der fertige Trainingsplan, sondern der erste kleine Schritt, der in zwei Minuten erledigt ist. Klein anfangen schlägt perfekt geplant jedes Mal.

Ist es zu spät, wenn ich schon Jahre gewartet habe? Nein. Die Jahre sind weg, egal was du jetzt entscheidest. Die einzige Frage ist, ob noch mehr dazukommen. Der Zeitpunkt, an dem du anfängst, ist immer heute, nie rückwirkend.

Der Punkt

Drei Jahre hab ich auf einen Starttermin gewartet, der sich wie Fortschritt angefühlt hat, aber keiner war. Der Hebel war nie Motivation. Es war die Entscheidung, klein zu handeln, bevor sich irgendwas danach angefühlt hat.

Ich hab genau ein System, mit dem meine Männer ohne Verzicht essen, was sie wollen, und trotzdem abnehmen und aufbauen, ganz ohne auf den perfekten Moment zu warten. Schreib mir INFO per Nachricht, und ich schick dir die 3 Regeln auf einer Seite.

Der Mythos vom richtigen Zeitpunkt · Motivation ist kein System · Die Zwei-Minuten-Entscheidung

Denis Dreser

Denis Dreser ist Gründer der Primal Power Academy und Coach für Männer zwischen 30 und 50. Ehemaliger Sport- und Gymnastikrehrer. Themen: Testosteron optimieren, Fett verlieren, Muskeln aufbauen – für Männer mit Job und Familie.

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