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Männlichkeit & Identität

Der Tag, an dem ich aufgehört habe, auf Motivation zu warten: Denis Dresers persönliche Geschichte der Veränderung

13. August 2026 · 7 min read

Der Tag, an dem ich aufgehört habe, auf Motivation zu warten: Denis Dresers persönliche Geschichte der Veränderung

Ich bin Denis Dreser, und das hier ist meine persönliche Geschichte der Veränderung. Keine Erfolgsstory mit glattem Ablauf. Es geht um drei Jahre, in denen ich jeden Sonntagabend denselben Vorsatz gefasst habe: ab Montag. Ich wusste genau, was zu tun ist. Ich war ausgebildeter Sport- und Turnlehrer, ich kannte jede Regel im Training auswendig. Und trotzdem stand ich montags um sechs im Bad, hab in den Spiegel geschaut und mir gesagt: heute nicht, die Woche ist schon voll. Das war keine Wissenslücke. Das war eine Entscheidung, die ich jeden Tag neu gegen mich selbst getroffen habe.

Diese Woche geht es bei mir nicht um Trainingspläne oder Ernährungsregeln. Es geht um den Moment davor. Um die Ausrede, die zwischen dir und der Entscheidung steht. Ich zeig dir meine eigenen, weil ich jede einzelne selbst benutzt habe, bevor ich Männer damit rausgeholt habe.

Meine persönliche Geschichte: der Punkt, an dem die Ausrede kippte

Ich hab als Sport- und Turnlehrer gearbeitet und parallel als Servicetechniker auf der Straße. Beides Berufe, in denen ich anderen erklärt habe, wie Bewegung geht. Und trotzdem hab ich mich sieben Wochen am Stück aus dem eigenen Training rausgeredet. Zu viele Kilometer im Auto, zu wenig Schlaf, das Kind war krank. Jede Ausrede für sich war wahr. Zusammen waren sie eine Lüge, die ich mir selbst erzählt hab.

Der Tag, der alles gekippt hat, war ein Dienstag. Ich saß im Auto vor dem Studio, Motor lief, die Tasche auf dem Beifahrersitz. Und ich hab mir zum x-ten Mal erklärt, warum heute nicht der richtige Tag ist. In dem Moment hab ich gemerkt: ich warte gar nicht auf Zeit. Ich warte auf ein Gefühl, das nie von allein kommt. Motivation ist kein Wetter, das irgendwann umschlägt. Ich bin trotzdem ausgestiegen. Nicht weil ich Lust hatte. Weil ich die Autotür aufgemacht hab, bevor mein Kopf noch eine Ausrede finden konnte.

Zwei Kilo hatte ich in den sieben Wochen zugelegt. Nicht viel, aber genug, um im Spiegel zu merken, dass ich mich selbst belüge. Und das war der eigentliche Schaden. Nicht die zwei Kilo. Sondern dass ich sieben Wochen lang jeden Abend genau gewusst hab, was zu tun ist, und es trotzdem nicht getan hab. Das nagt mehr als jedes Kilo auf der Waage.

Warum es nie am Wissen liegt

In meinem Coaching sehe ich das ständig. Fast jeder Mann, der bei mir anfängt, weiß schon vorher, was zu tun ist. Weniger Zucker, mehr Eiweiß, zweimal die Woche ins Studio. Das steht nicht im Geheimwissen der Fitnessbranche, das kennt jeder aus dem eigenen Kopf. Der Hebel, der fehlt, ist so gut wie nie eine Information. Es ist die Entscheidung, heute damit anzufangen statt Montag, nach dem Urlaub, nach dem stressigen Projekt.

Warum das bei so vielen Männern genauso läuft, hab ich mir in einem eigenen Artikel angeschaut: warum Männer bei der Umsetzung scheitern. Der Kern ist immer derselbe. Wissen ist billig, Handeln ist teuer. Und die meiste Energie geht nicht ins Training. Sie geht ins Verhandeln mit sich selbst, ob man heute überhaupt hingeht.

Die drei Ausreden, die ich selbst am meisten benutzt habe

Die Zeit-Ausrede. "Ich hab keine Zeit" hab ich mir jahrelang erzählt. Tatsächlich hatte ich abends fast jeden Tag 25 Minuten am Stück frei. Ich hab sie an Netflix verschenkt, nicht ans Studio.

Die Motivations-Ausrede. Ich hab auf den Tag gewartet, an dem ich Bock hab. Der Tag kam nicht öfter als einmal im Monat. Trainiert hab ich trotzdem 4-mal die Woche, sobald ich aufgehört hab, auf das Gefühl zu warten.

Die "erst wenn"-Ausrede. Erst wenn der Job ruhiger wird. Erst wenn die Kinder größer sind. Erst wenn der nächste Urlaub vorbei ist. Drei Jahre lang hab ich mir dieses "erst wenn" gebaut, und es wurde nie ruhiger. Der Job wird nicht leiser, das Leben wird nicht leerer. Der einzige Unterschied ist, ob du anfängst, während es voll ist.

Der Hebel: die Entscheidung vor die Ausrede stellen

Was bei mir gekippt hat, war nicht mehr Disziplin. Es war ein System, das die Entscheidung kleiner macht als die Ausrede. Ich hab mir eine Regel gesetzt: die Tasche steht abends fertig gepackt neben der Tür. Keine Entscheidung mehr morgens, ob ich trainiere. Nur noch die Entscheidung, ob ich die Tasche ins Auto trage. Das klingt nach Kleinkram, aber genau da liegt der Unterschied zwischen einem Vorsatz, der drei Tage hält, und einem, der drei Jahre hält.

Genau das Prinzip steckt hinter meinem Zwei-Minuten-Entscheidungssystem, das ich seitdem jedem Mann in meinem Coaching gebe. Es geht nicht darum, mehr zu wollen. Es geht darum, der Ausrede die Zeit zu nehmen, in der sie überhaupt entstehen kann. Wie ein System aussieht, das ohne tägliche Motivation läuft, hab ich hier aufgeschrieben: Motivation ist kein System, das man braucht.

Am Ende bleibt trotzdem der ehrlichste Satz, den ich einem Mann sagen kann, wenn er mir seine Ausrede erzählt: du weißt längst, was zu tun ist. Die Frage war nie das Wissen. Die Frage ist, ob du heute die Tür aufmachst.

Was ich Männern sage, die genau da stecken

Wenn ein Mann mir seine Ausrede erzählt, frag ich zuerst nach, statt gleich zu widersprechen. Wie oft in den letzten vier Wochen hast du das vorgehabt und es nicht gemacht. Die meisten zählen und kommen auf sechs, acht, manchmal mehr. Dann sag ich, was schon passt: dass er überhaupt merkt, wie oft er sich selbst austrickst, ist schon die halbe Miete. Die meisten Männer, die scheitern, merken es nicht mal.

Dann kommt genau eine Korrektur, nicht drei. Nicht "iss weniger und trainier mehr und schlaf besser und trink weniger". Ein Hebel. Meistens ist es derselbe wie bei mir: die Entscheidung so früh wie möglich treffen, am besten am Abend davor, damit am Morgen nichts mehr zu entscheiden ist. Kein Krisengespräch, keine große Systemumstellung. Eine Tasche, die schon steht. Ein Wecker, der schon läuft. Ein Kalendereintrag, der schon feststeht, bevor der Tag anfängt, laut zu werden.

Und manchmal drehe ich die Regel auch um. Bei einem Mann, der gerade eine Trennung hinter sich hat oder dessen Kind im Krankenhaus liegt, sage ich nicht "reiß dich zusammen". Da ist die Ausrede kein Ausrede, sondern ein echter Grund, und dann geht es erstmal um etwas anderes als Training. Die Regel gilt nicht für jeden Tag gleich. Sie gilt für die Tage, an denen du eigentlich könntest und dich trotzdem drückst.

Häufige Fragen

Muss ich erst motiviert sein, um anzufangen? Nein. Motivation kommt bei den meisten Männern nach der ersten Handlung, nicht davor. Du fühlst dich nicht motiviert und gehst dann trainieren. Du gehst trainieren, und danach fühlst du dich anders. Ich hab in 14 Jahren im selben Studio kein einziges Mal erlebt, dass jemand vor dem Training mehr Lust hatte als danach.

Was, wenn die Ausrede diesmal wirklich stimmt, ich bin echt krank oder hab echt keine Zeit? Dann ist es keine Ausrede, sondern ein Grund. Der Unterschied: ein Grund erklärt einen Tag. Eine Ausrede erklärt Wochen. Wenn du ehrlich bist, merkst du selbst, welches von beiden gerade vor dir steht.

Wie erkenne ich meine eigene Ausrede? Sie klingt fast immer vernünftig. Meine hieß "die Woche ist schon voll". Deine hat vermutlich einen anderen Namen, aber dasselbe Muster: sie kommt genau dann, wenn du eigentlich losgehen solltest, nicht schon morgens beim Planen. Achte auf den Moment, in dem du innehältst. Da sitzt sie.

Der Punkt

Ich hab nicht angefangen, weil ich plötzlich mehr Willenskraft hatte. Ich hab angefangen, weil ich aufgehört hab, auf ein Gefühl zu warten, das nie von allein kommt. Die Tür war die ganze Zeit offen. Ich musste nur aussteigen.

Ich hab genau ein System, mit dem meine Männer auswärts und zuhause essen was sie wollen und trotzdem abnehmen, ohne Verzicht und ohne Kalorien zu zählen. Schreib mir INFO per Nachricht, und ich schick dir die drei Regeln auf einer Seite.

Denis Dreser

Denis Dreser ist Gründer der Primal Power Academy und Coach für Männer zwischen 30 und 50. Ehemaliger Sport- und Gymnastikrehrer. Themen: Testosteron optimieren, Fett verlieren, Muskeln aufbauen – für Männer mit Job und Familie.

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