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Training nach der Zeitumstellung: Der 7-Tage-Plan gegen die dunkle Ausrede

20. Oktober 2026 · 7 min read

Training nach der Zeitumstellung: Der 7-Tage-Plan gegen die dunkle Ausrede

Vor zwei Jahren hab ich eine Trainingswoche komplett verschenkt. Die Uhr wurde im Oktober zurückgestellt, um kurz nach 17 Uhr war es draußen schon stockdunkel, und ich hab mir eingeredet: heute nicht, morgen dann richtig. Aus "morgen" wurden vier gestrichene Trainingstage. Keine Verletzung, kein Grund, nur die Dunkelheit und mein eigener Aufschub. Training nach der Zeitumstellung ist für mich seitdem kein Motivationsthema mehr. Es ist eine Systemfrage. Und genau darum geht es hier: ein 7-Tage-Plan, mit dem du die erste dunkle Woche durchträgst, ohne auf Motivation zu warten, die diese Jahreszeit sowieso nicht liefert.

Ich seh das bei meinen Männern jedes Jahr in derselben Woche wieder. Die Nachrichten im Coaching-Chat ändern sich: weniger "fertig" nach dem Training, mehr "schaff ich heute nicht mehr, bin zu müde". Nicht weil sich im Job was geändert hat. Weil draußen ab 17 Uhr die Entscheidung gegen das Training automatisch leichter fällt. Das ist kein Einzelfall, das ist jedes Jahr derselbe Hebel, der in dieser einen Woche kippt.

Warum die dunkle Jahreszeit dein Training killt, nicht deine Disziplin

Zwischen Mitte Oktober und Ende Februar hast du in Deutschland rund 4 Stunden weniger Tageslicht als im Juni. Das heißt: dein Feierabend verschiebt sich gefühlt in die Nacht, obwohl die Uhr nur eine Stunde gedreht hat. Um 17 Uhr brennt schon Licht in der Wohnung, dein Körper denkt "Abend", und dein Kopf fragt, warum er jetzt noch rausgehen soll.

Das ist kein Charakterfehler. Das ist dein circadianer Rhythmus, der auf Licht reagiert, nicht auf deinen Trainingsplan. Dazu kommt: Die Entscheidung übers Training fällt bei den meisten Männern erst abends, wenn der Tag schon müde gemacht hat. Und eine Entscheidung, die du müde triffst, fällt fast immer gegen das Training.

Der Hebel liegt also nicht bei mehr Willenskraft am Abend. Der Hebel liegt davor: die Entscheidung so früh treffen, dass die Dunkelheit sie nicht mehr kippen kann.

Dazu kommt ein zweiter Effekt, den die wenigsten einrechnen. Weniger Tageslicht heißt bei vielen Männern auch mehr Appetit auf Kohlenhydrate am Abend, weil der Körper über das fehlende Licht ein Signal von "Energie sparen, Vorräte anlegen" bekommt. Mehr Nudeln um 20 Uhr, schwerer Schlaf, am nächsten Morgen weniger Energie fürs Training. Ein Rad, das sich selbst weiterdreht, wenn du nicht an einer Stelle gegensteuerst.

Der 7-Tage-Plan für Training nach der Zeitumstellung

Kein Plan mit 5 Einheiten pro Woche und perfekter Ernährung dazu. Nur die erste Woche, Tag für Tag, mit genau einer Sache pro Tag.

Tag 1, der Umstellungstag: Kein Training. Dafür 10 Minuten draußen, direkt nach dem Aufstehen, auch bei Wolken. Das stellt deine innere Uhr auf den neuen Rhythmus um, nicht die eine Nacht Schlaf davor oder danach.

Tag 2: Die erste Einheit, aber auf 20 Minuten runtergekürzt. Nicht weil du schwach bist, sondern weil eine kurze Einheit, die wirklich passiert, mehr wert ist als eine 60-Minuten-Einheit, die du dir vornimmst und dann streichst.

Tag 3: Trainingssachen liegen abends griffbereit am Bett, nicht im Schrank im Flur. Eine Entscheidung weniger am Morgen, wenn es draußen noch dunkel ist.

Tag 4: Der kritische Tag. Hier fällt bei den meisten Männern die erste Einheit der Woche komplett aus. Deine Regel: 15 Minuten sind Pflicht, der Rest ist Kür. 15 Minuten Kniebeugen, Liegestütze und Unterarmstütz im Wohnzimmer zählen als Trainingstag.

Tag 5: Der Trainingstermin steht mit Uhrzeit im Kalender, nicht als vage Idee "irgendwann nach der Arbeit". Ein Termin mit Uhrzeit wird gehalten. Eine Absicht ohne Uhrzeit verschwindet im ersten Stau.

Tag 6: Kurzer Check. Wie viele der geplanten Einheiten hast du wirklich gemacht, 3 von 5 oder 4 von 5? Zahl aufschreiben, nicht fühlen. Gefühl lügt in dieser Jahreszeit öfter als die Zahl.

Tag 7: Die komplette nächste Woche verplanen, mit festen Terminen, bevor der Montag anfängt. Wer die Woche am Montagmorgen plant, hat sie schon halb verloren.

Das Minimum-System schlägt den perfekten Plan

Der Fehler, den ich vor zwei Jahren gemacht habe, war nicht fehlende Disziplin. Es war ein Plan, der nur bei vollem Akku funktioniert hat. 60 Minuten, volle Kraft, perfekte Übungsauswahl. Sobald die dunkle Jahreszeit den Akku runtergefahren hat, ist der ganze Plan zusammengebrochen, weil es keine kleinere Version davon gab.

Eine 15-Minuten-Einheit, die du machst, bringt dir mehr als eine 60-Minuten-Einheit, die du dir für Mittwoch vornimmst und die dann drei Wochen lang auf "morgen" verschoben wird. Das Minimum ist kein Trostpreis. Das Minimum ist der Hebel, der dich über die dunklen Wochen bringt, bis das System wieder von alleine läuft.

Bei meinen Männern läuft das über eine einzige Regel: 15 Minuten gelten als Trainingstag, egal was in diesen 15 Minuten passiert ist. Keine Diskussion, ob 15 Minuten "zählen". Sie zählen, weil die Alternative an diesem Tag null Minuten war. Nach ein paar Wochen merken die meisten: aus den 15 Minuten werden an guten Tagen von selbst wieder 45, weil die Einheit erst mal läuft und dann Spaß macht. Der Start ist der einzige Teil, der ein System braucht. Der Rest trägt sich oft selbst.

Training nach der Zeitumstellung braucht ein System, keine Motivation

Motivation ist in diesen Wochen die unzuverlässigste Ressource, die du hast. Sie hängt an Schlaf, an Licht, an Stress im Job, an allem, was du nicht direkt steuerst. Ein System hängt an nichts davon. Ein System ist der Trainingstermin mit Uhrzeit, die Tasche am Vorabend gepackt, die 15-Minuten-Regel für den schlechten Tag.

Wenn du dich fragst, warum dich im Herbst jedes Jahr dasselbe Motivationstief trifft, obwohl du im Sommer noch voll im System warst, schau dir diesen Artikel über Motivation und System an. Der gleiche Fehler, jedes Jahr zur gleichen Jahreszeit, ist kein Zufall. Es ist ein fehlendes System für genau diese Wochen.

Und falls du glaubst, dein Testosteron sackt im Winter automatisch ab und du kannst eh nichts machen: das ist ein Mythos, den ich in diesem Artikel auseinandergenommen habe. Dein Hormonhaushalt kippt nicht wegen der Uhr. Er kippt, weil das Training als erstes aus dem Alltag fliegt, wenn es dunkel wird.

Das Muster, das ich bei fast jedem Mann sehe, der durch den Herbst stolpert: er plant die Woche wie im Sommer, mit den gleichen 5 Einheiten, der gleichen Länge, der gleichen Uhrzeit. Und wundert sich, warum es nicht mehr passt. Die dunkle Jahreszeit verlangt kein anderes Training. Sie verlangt ein anderes System drumherum, mit mehr Reserve für die Tage, an denen der Akku schon um 16 Uhr leer ist.

Häufige Fragen

Muss ich in der dunklen Jahreszeit mehr trainieren? Nein. Weniger reicht, wenn es konstant passiert. 3 feste Einheiten pro Woche, die wirklich stattfinden, bringen mehr als 5 geplante, von denen 2 ausfallen.

Was, wenn ich die erste Woche komplett verpasse? Dann fängst du bei Tag 1 wieder an, nicht bei Tag 7. Eine verpasste Woche ist keine verlorene Saison. Sie wird nur zur verlorenen Saison, wenn du aus der einen Woche eine Pause-Haltung für den ganzen Winter machst.

Bringt ein Home-Gym in der dunklen Jahreszeit was? Ja, und zwar genau an den Tagen, an denen der Weg ins Studio im Dunkeln die eigentliche Hürde ist, nicht das Training selbst. Wie du dir eins günstig einrichtest, steht in diesem Artikel.

Wie lange brauche ich, bis sich der neue Rhythmus von selbst trägt? Bei den meisten Männern, die ich begleite, sind es 2 bis 3 Wochen mit festen Terminen und der 15-Minuten-Regel, dann läuft der Trainingstermin ohne Nachdenken wie Zähneputzen. Die ersten 7 Tage sind der harte Teil, nicht die ganze Saison.

Der Punkt

Die Zeitumstellung ist keine Ausrede, sie ist nur ein Weckruf, dass dein Trainingsplan ein System braucht statt eines guten Vorsatzes. 7 Tage, 7 kleine Entscheidungen, mehr nicht. Danach läuft es wieder fast von allein.

Ich hab ein System, mit dem meine Männer in der dunklen Jahreszeit essen was sie wollen und trotzdem abnehmen, ohne Verzicht, und ohne dass ihr Training an der Dunkelheit scheitert. Schreib mir INFO per Nachricht, und ich schick dir die 3 Regeln auf einer Seite.

Denis Dreser

Denis Dreser ist Gründer der Primal Power Academy und Coach für Männer zwischen 30 und 50. Ehemaliger Sport- und Gymnastikrehrer. Themen: Testosteron optimieren, Fett verlieren, Muskeln aufbauen – für Männer mit Job und Familie.

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