Primal Power Academy LogoQuiz starten
Männlichkeit & Identität

Wochenrückblick: Was diese Woche über Ausreden, Entscheidungen und echte Veränderung bei Männern gezeigt hat

16. August 2026 · 8 min read

Wochenrückblick: Was diese Woche über Ausreden, Entscheidungen und echte Veränderung bei Männern gezeigt hat

Montag, 6 Uhr, Werkzeugkoffer im Auto, Kundentermin in einer Stunde. Ich hatte mir am Sonntagabend fest vorgenommen, diese Woche wieder jeden Tag zu trainieren. Montagfrüh hab ich den Wecker gesehen, den Kaffee kalt getrunken und mir gesagt, heute passt es zeitlich nicht, dann eben Mittwoch. Mittwoch kam ein neuer Grund. Am Ende der Woche waren es zwei Einheiten weniger, und keine davon ist an der Zeit gescheitert. Sie ist daran gescheitert, dass ich jeden Tag neu entschieden hab, es nicht zu tun.

Dieser Wochenrückblick ist keine Liste von Erfolgen. Es ist eine Liste von Momenten, in denen Männer, ich eingeschlossen, sich für oder gegen Veränderung entschieden haben. Fünf Tage, fünf Ausreden, ein Muster dahinter. Und das Muster ist immer dasselbe: Es liegt nie am Wissen. Es liegt an der Entscheidung davor.

Montag: "Ich hab keine Zeit"

Ein Teilnehmer schreibt mir Montagabend um 22 Uhr, dass er diese Woche nicht zum Training kommt, weil im Job zu viel los ist. Ich frag zurück, wann er sonst trainiert. Antwort: meistens abends, nach dem Essen, wenn die Kinder im Bett sind.

Da liegt der Hebel, nicht in der Uhrzeit. Wer sein Training an den letzten wachen Punkt des Tages legt, verliert jeden Abend gegen die Couch. Ich hab ihm eine Sache vorgeschlagen: die Tasche schon morgens ins Auto, direkt nach der Arbeit ins Studio, bevor er zuhause ankommt. Keine Entscheidung mehr am Abend, weil die Entscheidung schon am Morgen gefallen ist. Zwei Wochen später waren aus null Einheiten drei geworden, bei gleichem Job, gleicher Familie, gleicher Uhrzeit auf der Arbeit.

Zeit ist fast nie das eigentliche Problem. Die Platzierung der Entscheidung ist es.

Dienstag: "Ich fang nächste Woche an"

Dienstag ist der Tag, an dem der neue Montag geplant wird. Ich hör das ständig: nächste Woche, nach dem Urlaub, nach dem Projekt, wenn es ruhiger wird im Job. Ich hab das selbst dreimal gesagt, bevor ich gemerkt hab, dass es nie ruhiger wird. Es kommt immer das nächste Projekt.

Der nächste Montag ist genauso ein Montag wie dieser. Der einzige Unterschied ist, dass du eine Woche älter bist und nichts verändert hast. Ich hab dazu schon mal genauer aufgeschrieben, warum die Entscheidung selbst nur zwei Minuten braucht, nicht die perfekte Vorbereitung: Die Zwei-Minuten-Entscheidung. Der erste Schritt ist immer kleiner, als man denkt. Ein Glas Wasser statt der zweiten Cola. Die Laufschuhe an, nicht der Marathon.

Mittwoch: "Ich weiß noch nicht genug"

Das ist die Ausrede, die am längsten hält, weil sie nach Vernunft klingt. Ein Teilnehmer wollte erst noch drei weitere Artikel über Makros lesen, bevor er mit dem Tracking anfängt. Er hatte zu dem Zeitpunkt schon zwölf gelesen.

Er wusste längst genug. 180 Gramm Eiweiß am Tag, ein Kaloriendefizit, zwei Krafteinheiten die Woche, das ist keine Doktorarbeit. Was fehlte, war nicht die dreizehnte Information. Was fehlte, war die Entscheidung, mit unvollständigem Wissen trotzdem loszulegen. Mehr Wissen fühlt sich sicher an, weil es Aufschub mit Fleiß verwechselt. Aber du kannst dich nicht in die Form einlesen. Nur das, was du machst, verändert dich, nicht das, was du weißt.

Donnerstag: "Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt"

Donnerstag, ein anderer Teilnehmer, gleiche Grundmelodie: erst der Umzug, dann die Feiertage, dann das neue Jahr. Ich kenn diesen Satz zu gut, weil ich ihn selbst benutzt hab, als ich meinen kaputten Rücken jahrelang vor mir hergeschoben hab, statt ihn anzugehen, weil gerade nie der richtige Moment war.

Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt. Es gibt nur den Moment, in dem du anfängst, und den Moment, in dem du weiter wartest. Ich hab dazu einen ganzen Artikel geschrieben, weil dieser eine Mythos mehr Männer aufhält als jede Diät: Der Mythos vom richtigen Zeitpunkt. Der Zeitpunkt wird nicht richtiger. Nur du wartest länger.

Freitag: "Ich hab's schon probiert"

Freitagabend, Feierabendbier, ein Gespräch mit einem Mann, der vor drei Jahren mal zwei Monate trainiert hat und seitdem sagt, das bringt bei ihm eh nichts. Ich frag nach, was er damals gemacht hat. Fünfmal die Woche ins Studio, ohne Plan, ohne Eiweiß im Blick, komplett auf Motivation gebaut. Nach sechs Wochen war die Motivation weg und das Training auch.

Das war kein gescheiterter Versuch an seinem Körper. Das war ein System, das von Anfang an nicht halten konnte. "Ich hab's schon probiert" ist meistens die bequemste Ausrede von allen, weil sie sich nach Beweis anfühlt, dabei ist sie nur ein einziger, schlecht gebauter Versuch. Ich hab genau diesen Denkfehler an anderer Stelle auseinandergenommen: Ich habe es schon probiert, und warum das keine Ausrede ist. Ein System, das zu deinem Job und deiner Familie passt, scheitert nicht nach sechs Wochen.

Was dieser Wochenrückblick über Veränderung bei Männern wirklich zeigt

Fünf Tage, fünf verschiedene Sätze, ein einziger Mechanismus. Keiner dieser Männer, und auch ich nicht am Montag, wusste zu wenig. Jeder wusste, was zu tun ist. Trainieren, Eiweiß essen, dranbleiben. Das ist kein Geheimwissen.

Was gefehlt hat, war der Moment der Entscheidung, und zwar bevor der Tag anfängt, nicht mittendrin, wenn schon Müdigkeit, Stress oder die Couch mitreden. Jede Ausrede diese Woche war eine Entscheidung, die als Sachzwang verkleidet war. Keine Zeit, kein richtiger Zeitpunkt, zu wenig Wissen, schon probiert. Vier Kostüme für denselben Satz: Ich hab mich gerade dagegen entschieden.

Die gute Nachricht daraus: Wenn es eine Entscheidung ist, kannst du sie auch anders treffen. Direkt beim nächsten Anlass.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob es bei mir wirklich an der Zeit liegt oder an der Entscheidung? Frag dich, wofür du sonst Zeit findest, an dem Tag, an dem angeblich keine da war. Wenn die Serie am Abend lief oder das Handy eine Stunde offen war, war die Zeit da. Nur nicht die Entscheidung.

Was, wenn ich wirklich noch nie ein System probiert habe, das zu meinem Alltag passt? Dann liegt das Problem nicht bei dir, sondern beim System. Ein Plan, der fünf Einheiten die Woche verlangt bei einem Zehn-Stunden-Job, ist von Anfang an falsch gebaut. Zwei feste Termine, die du wirklich halten kannst, schlagen fünf, die du nach drei Wochen absagst.

Muss ich erst mehr über Ernährung und Training wissen, bevor ich anfange? Nein. Das Grundgerüst ist einfach: genug Eiweiß, ein Kaloriendefizit, zwei bis drei Krafteinheiten die Woche. Der Rest kommt beim Machen, nicht beim Lesen.

Der Punkt

Diese Woche hat mir wieder gezeigt, was ich schon wusste und trotzdem selbst vergessen hab: Die Entscheidung fällt vor dem Training, nicht während. Montags, morgens, bevor der Tag dich einholt.

Ich hab genau ein System, mit dem meine Männer essen was sie wollen und trotzdem abnehmen, ohne Verzicht und ohne Kalorien zu zählen. Schreib mir INFO per Nachricht, und ich schick dir die drei Regeln auf einer Seite.

Denis Dreser

Denis Dreser ist Gründer der Primal Power Academy und Coach für Männer zwischen 30 und 50. Ehemaliger Sport- und Gymnastikrehrer. Themen: Testosteron optimieren, Fett verlieren, Muskeln aufbauen – für Männer mit Job und Familie.

← Zurück zum Blog